Christian Brembeck: Instrumente

Gottfried Silbermann´s “Cembal d´amour” - ein Nachbau aus dem Jahre 2003

Der berühmte sächsische Land- und Hoforgelbauer Gottfried Silbermann (1683 - 1753) konstruierte ca. 1721 ein Instrument, das die “Krafft und Dienste eines Clavessins, und doch die Zärtlichkeit eines Clavichordii behaupten könnte” - das “Cembal d´amour”.

Erhaltenen Aufzeichnungen zufolge ist das ein Clavichord mit zwei Resonanzböden und Stegen, außerdem doppelt langen, exakt in der Mitte anzuschlagenden Saiten. Zeitgenossen berichten, dass dieses Instrument einen großen, weichen in der Stärke dem Flügel (=Cembalo) vergleichbaren, in der Flexibilität dem Clavichord ähnlichen Klang gehabt habe. Leider sind heute so gut wie keine Instrumente dieser Bauart erhalten geblieben.

Cembalobauer Eckehart Merzdorf aus Remchingen konstruierte in Zusammenarbeit mit Christian Brembeck im Frühjahr 2003 ein Instrument, das sich einerseits möglichst eng an die wenigen erhaltenen Vorgaben anlehnt, zum anderen in der Länge ein transportables Maß von 2,31 m nicht überschreitet. Das Instrument ist doppelchörig besaitet und hat einen Umfang von fünf Oktaven. Der Stimmton ist 415 hz, im Diskant blanke Eisensaiten, ab dem kleinen “es” mit Messing und Kupfer umsponnene Eisensaiten.

Das Cembal d´amour nach Silbermann bietet ein völlig neues, ja unbekanntes Klangbild und entfaltet seine eigentliche Qualität vor allem in getrageneren, gesanglichen Partien. Die Klangstärke ist der eines “gesund” klingenden Cembalos vergleichbar. Der Ton ist weich, jedoch relativ kurz und erinnert besonders im Baßbereich an den Klang von Laute oder Gitarre. Im Diskant besteht eine starke Ähnlichkeit zu Clavichorden iberischer Bauart, besonders zu den Instrumenten von Carmo/Porto.

Erste Konzerte haben nach einer kurzen “Einhörzeit” positive Überraschung und ganz überwiegend  sofortige  Akzeptanz des Klanges beim Publikum ergeben (siehe auch aktuelle Kritik unten aus der SÜDDEUTSCHEN  ZEITUNG vom 12.08.2003). Ein anwesender, renommierter Lautenist resümierte: “Ein herrlich unfertiger Klang!”

Als Literatur eignen sich nach ersten Erfahrungen besonders Lautenwerke (J.S. Bach), Intavolierungen ruhigeren Zeitmaßes, ausgewählte Werke C. Ph. E. Bachs, aber durchaus auch  verschiedene Werke von Haydn und Mozart.

Eine erste SACD  (“Clavier-Musik der Bach-Familie”) ,  wird 2007 bei CANTATE / MUSICAPHON (Kassel) erscheinen.

Im August 2003 wurde das Instrument erstmals einem Fachpublikum anläßlich der Festwochen Alter Musik in Innsbruck durch Prof. Johann Sonnleitner vorgestellt, am 2. November konnten es dann die Mitglieder und das Publikum der Deutschen Clavichord Societät im Bachhaus Eisenach erstmals erleben.Inzwischen ist das Instrument noch einmal einer perfektionierenden Umarbeitung untezogen worden, wobei u.a. der Waagebalken, die Besaitungsstärke und das Dämpfungssystem verändert wurden.

 

Hörprobe: J.S.Bach - Lautensuite g-moll / Gavotte  II

Hammerflügel nach J.J. Könnicke, Wien ca. 1790

Christian Brembeck verwendet für seine Konzerte einen Hammerflügel von J. C. Neupert nach Johann Jacob Könnicke (Wien ca. 1796), der durch seinen großen und offenen Klang für die Literatur der Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven u.a.) prädestiniert scheint. Neben Duoprogrammen zusammen mit verschiedenen Streichern und Sängern (Haydn, Mozart, Beethoven) spielt Christian Brembeck regelmäßig zahlreiche Soloprogramme.

Cembalo nach F. E. Blanchet 1746

Eine der wohlklingendsten und klangfarblich komplexesten Vorlagen für ein vielseitiges Cembalo französischer Bauart ist das Instrument F. E. Blanchets aus dem Jahre 1746, das sich heute noch in Schloß Versailles befindet. Für seine Konzert benützt Christian Brembeck einen fantastisch gelungenen Nachbau aus dem Jahre 2002, den Eckehart Merzdorf in Remchingen anfertigte.

Clavichord nach J. Chr. Fleischer 1729

Das eigentliche häusliche Musizier- und Übeinstrument bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war das Clavichord, allgemein mit dem Terminus “Clavier” eindeutig bezeichnet. Dieses Instrument klingt zart und leise, reich an Farben und läßt im Gegensatz zum Cembalo dynamische Differenzierung und die “Bebung” zu, was dem “Vibrato” der Streichinstrumente nahe kommt.

Christian Brembeck benützt für seine Clavichord-Konzerte eine Kopie des Clavichords von Johann Christoph Fleischer (Hamburg 1729), welches heute im Museum “Schwedenspeicher” in Stade steht. Eckehart Merzdorf, der das Original restauriert hat, baute diese Kopie 1995. Mit einer Länge von über 1,70 Meter und doppelchöriger Besaitung (zuzüglich eines 4´-Chörchens im Bass) stellt dieser Clavichord-Typ ein prachtvolles Beispiel eines “Großinstrumentes” dar.

Cembalo nach Domenico de Pesaro, Mitte des 16. Jahrhunderts

Für Solo- und Continuozwecke gleichermaßen hervorragend geeignet ist das Cembalo italienischer Bauart, das Eckehart Merzdorf nach einem grandiosen frühen Modell des in Venedig zwischen 1533 und 1574 nachweisbar wirkenden Domenico de Pesaro (auch “Pisaurensis” genannt) für Christian Brembeck geschaffen hat. Durch seine Länge von fast 240 cm hat das Instrument einen für den italienischen Typus bemerkenswert runden Bassklang ...

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